Einblicke in die Lebenswelten von Jugendlichen in Baden-Württemberg

Wissen wir noch, was unsere Jugend denkt und fühlt? Diese Frage war für die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch der Ausgangspunkt für eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem Geschäftsführer der Jugendstiftung Baden-Württemberg, Wolfgang Antes. Antes berichtete den sehr interessierten Gästen der überaus gut besuchten Veranstaltung über die Ergebnisse der Jugendstudie Baden-Württemberg 2014, die alle zwei Jahre durchgeführt wird. Ein besonderer Schwerpunkt der Studie waren die Lebensbereiche Ehrenamt, Werte und Zukunftspläne der Jugendlichen. Dabei richtete sich die Erhebung der Jugendstiftung explizit an jüngere Jugendliche im Alter von 12-14 Jahren, was sie z.B. von der Shell-Jugendstudie unterscheidet, deren Zielgruppe sich in der Altersklasse bis 26 Jahre befindet.
„Alles in allem zeigt die Studie, dass die Werteorientierungen der Jugendlichen in den letzten Jahren relativ stabil sind. Familie, Freunde und Familie stehen an oberster Stelle. Daran hat sich auch in der letzten Erhebung nichts geändert“, fasst Friedlinde Gurr-Hirsch die Ergebnisse zusammen. Den Rektor der Verbundschule, Dieter Vilimek, und den Rektor der Albert-Schweitzer-Förderschule, Volker Hansen-Ketels, freute besonders, dass Jugendliche gerne zur Schule gehen und sich dort zuhause und wohl fühlen. Darüber hinaus bezeichneten sich 75 Prozent der Jugendlichen selbst als gläubig. Hervorzuheben sei insbesondere auch, dass 73 Prozent der Jugendlichen Freunde auch außerhalb der eigenen Schule hat. „Die Freundeskreise der Kinder sind bunt gemischt. Wir sehen ganz deutlich, dass die Vereine eine wichtige soziale Funktion für die Jugendlichen haben. Mehr als in anderen Bundesländern sind sie in Baden-Württemberg der Ort, an dem Jugendliche mit den unterschiedlichsten Hintergründen zusammenkommen und Freunde finden. Gleichzeitig ist diese Vereinsarbeit der Grundstein für ein intensives ehrenamtliches Engagement, dass sich im späteren Leben erhält und so einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft leistet“, kommentiert die CDU-Politikerin einige Zahlen aus der Studie, deren Grundlage die Antworten von über 2.400 Jugendlichen sind. Verantwortung wollten Jugendliche aber nicht nur im Ehrenamt übernehmen, sondern auch für sich selbst, was sich im Wunsch vieler nach einem Nebenjob von etwa zwei Stunden je Woche ausdrücke.
Auch das Thema Ganztagesschule wurde vom Referenten angesprochen. „Mit einer gewissen Genugtuung stelle ich fest, dass das unter der schwarz-gelben Landesregierung eingeführte Jugendbegleiterprogramm sehr erfolgreich ist. Die aktuelle Landesregierung, deren Koalitionäre früher heftig gegen das Programm argumentiert hatten, erfreuen sich an einem starken Zuwachs der Jugendbegleiter innerhalb der letzten Jahre“, kommentierte die Landtagsabgeordnete Gurr-Hirsch abschließend diesen weiteren Aspekt der Erhebung.

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