Der vorliegende Entwurf für eine Durchführungsverordnung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz geht völlig an den Bedürfnissen der Praxis vorbei

Zu den ohnehin schon überzogenen Regelungen des neuen Jagdgesetzes soll es im Rahmen der Durchführungsverordnung nun weitere Verschärfungen geben. „Dies halten wir als CDU-Landtagsfraktion im Interesse derer, die die neue Verordnung im Alltag umsetzen müssen, für hoch problematisch“, betonte die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Friedlinde Gurr-Hirsch MdL anlässlich des nun vorliegenden Entwurfs für eine Durchführungsverordnung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz. Daraus sei beispielsweise zu entnehmen, dass die Kirrung bei Schwarzwild nur noch ab 100 Hektar Waldfläche möglich sei, nachdem zuvor 50 Hektar beabsichtigt waren. „Auch die Pflicht zur Einberufung der Versammlung der Jagdgenossenschaften, wenn lediglich ein Zehntel der Mitglieder dies fordert, entsprecht keinesfalls den Bedürfnissen vor Ort“, hob Friedlinde Gurr-Hirsch hervor.
 
Nach Meinung der CDU-Fraktion sei der Versuch einer Einordnung der Wildarten in ein Schalenmodell nach wissenschaftlichen Grundsätzen bereits im Gesetz nur äußerst unzulänglich umgesetzt worden. Dies erfahre nun mit der Durchführungsverordnung nochmals eine Verschärfung, in dem für Wildarten, die nach dem Gesetz bejagt werden dürfen, eine praktisch ganzjährige Schonzeit verordnet werden soll. „Durch die Durchführungsverordnung werden am Parlament vorbei diese Arten der Bejagung faktisch vollständig entzogen“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
„Darüber hinaus kritisieren wir ausdrücklich, dass den Verbänden das Papier erst am Vorabend eines ersten offiziellen Treffens zugeleitet wurde, so dass praktisch keine Zeit zur Vorbereitung blieb“, so die CDU-Politikerin. Dass neben den Nutzern auch die Naturschutzverbände diese Durchführungsverordnung strikt ablehnen, sei ein weiterer Offenbarungseid der grün-roten Landesregierung. „Minister Alexander Bonde sieht sich der Kritik fast aller Interessengruppen ausgesetzt. Er muss ich diese endlich einmal zu Herzen nehmen“, forderte die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende.

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