Nachwuchssorgen im Hotel- und Gaststättengewerbe

Fachgespräch im Haus der Abgeordneten

„Die Nachwuchssorgen der Hotels und Gaststätten in Baden-Württemberg werden immer größer. Hier muss dringend gegengesteuert werden“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch bei einem Informationsaustauch zum Fachkräftemangel im Hotel- und Gaststättengewerbe. Dabei nahmen auch die beiden Landtagsabgeordneten Claus Paal und Rudolf Köberle sowie der Geschäftsführer von Voith Gastro GmbH Uwe Ochott, Ramiro Vera-Fluixá von der zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit und Ministerialrat a.D. Adolf Allmendinger teil. Ihr Anliegen ist es, den Rückgang der Ausbildungsverhältnisse zu stoppen und eine erfolgreiche Zukunft des Gewerbes sicherzustellen.
 
Da vor allem die süd- und osteuropäischen Staaten eine hohe Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen haben, setzen sich Uwe Ochott und Adolf Allmendinger dafür ein, vermehrt junge Menschen aus diesen Staaten nach Baden-Württemberg zu holen. Dies könnte ihrer Ansicht nach insbesondere mit Hilfe der zahlreichen Städtepartnerschaften erfolgen. Die dadurch gewachsenen und bewährten Kontakte könnten die Kommunen nutzen, um auf unterster Ebene Arbeitskräfte zu vermitteln und so beiden Seiten zu helfen. „Städtepartnerschaften bieten sicherlich gute und günstige Anknüpfungsmöglichkeiten, doch braucht es dazu auch einen Ansprechpartner, der sich vor Ort in Deutschland um die jungen Menschen kümmert und für alle Fragen des täglichen Lebens ein offenes Ohr hat“, forderte Ramiro Vera-Fluixá Form, der schon häufig die Erfahrung machen musste, dass ausländische Auszubildende aufgrund von Mentalitätsproblemen ihre Ausbildung im Gastland schon nach wenigen Monaten wieder abbrachen.
 
Claus Paal MdL schlug darüber hinaus vor, auf die in den letzten Jahren entstandenen regionalen Fachkräfteallianzen zuzugehen. „Diese haben sich bewährt und bieten insbesondere auch mit den neuen Welcome Centern einen sinnvollen institutionellen Rahmen. Dadurch müssen keine neuen Initiativen gestartet werden“, hob der CDU-Wirtschaftspolitiker hervor.
 
Die wirtschaftliche Bedeutung des Hotel- und Gaststättengewerbes wird häufig unterschätzt. „220.000 Beschäftigte finden in der Gastronomie in Baden-Württemberg Arbeit und Brot“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch. Dabei sei das Hotel- und Gaststättengewerbe in Baden-Württemberg insgesamt nach wie vor stark von Familienbetrieben und inhabergeführten Betrieben geprägt. „Die dürfen wir bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels nicht alleine lassen. Um mehr ausbildungswillige junge Menschen aus anderen EU-Staaten nach Baden-Württemberg zu vermitteln, bedarf es einer engen Zusammenarbeit von Politik, Arbeitgebern, DEHOGA und Arbeitsagenturen“, so Gurr-Hirsch.
 
MK

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