Christen in Syrien

Politisch-religiöse Veranstaltung in Kirchardt

Seit mehr als drei Jahren tobt in Syrien ein grausamer Bürgerkrieg. Viele Menschen starben und fast die Hälfte der Bevölkerung (9,3 Millionen) ist auf der Flucht. „Ein Ende der Gewalt ist leider nicht in Sicht“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch, die vor dem Hintergrund dieser dramatischen Situation gemeinsam mit der Vorsitzenden des „Arbeitskreises Integration“ Dimitra Tsorpatsidis und dem Vorsitzenden des „Arbeitskreises Christ und Politik“ Christoph Scharnweber des CDU-Kreisverbandes Heilbronn einen Informations- und Diskussionsabend zur Lage in Syrien veranstaltete.
 
Zahlreiche Gäste folgten deren Einladung und nahmen die Gelegenheit wahr, sich mit Gemeindemitgliedern der aramäischen Kirchengemeinde St. Gabriel und syrischen Flüchtlingsfamilien vor Ort in Kirchardt über die aktuelle Situation der Menschen in Syrien auszutauschen. Dabei war es zunächst möglich, die Kirche St. Gabriel, die gemäß orthodoxen Traditionen erbaut und errichtet wurde, zu besichtigen. Pfarrer Isa Demir führte die Besucher durch das Gotteshaus und erklärte die Symbolik und liturgische Tradition der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien.
 
Es folgte ein sehr informativer und bedrückender Vortrag des Religionspädagogen Aslan Demir, der als Gemeindereferent in der katholischen St. Augustinus Gemeinde in Heilbronn tätig ist. Er ging insbesondere auf die katastrophale Lage der syrischen Flüchtlinge ein und veranschaulichte anhand von Schicksalsberichten, dass ethnische Säuberungen, Pogrome sowie gezielte Entführungen und Tötungen von Geistlichen an der Tagesordnung sind. „Zahlenmäßig sind insbesondere die Christen betroffen. Sie werden häufig als Verbündete des Regimes angesehen und deshalb umso mehr von den Islamisten verfolgt“, hob Aslan Demir hervor. Etwa 600.000 Christen hätten das Land bereits verlassen und der Exodus schreite ungebremst voran. „Wenn sich an der Situation nicht bald etwas ändert, wird Syrien bald christenfrei sein“, konstatierte der Gemeindereferent. Er appellierte an die Zuhörerschaft, sich gegenüber den Flüchtlingen solidarisch und verantwortungsbewusst zu zeigen und sich für die verfolgten orientalischen Christen einzusetzen bzw. Friedensinitiativen zu ergreifen.
 
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich von den Schilderungen Aslan Demirs überaus ergriffen. Friedlinde Gurr-Hirsch dankte dem Referenten für seine bewegenden Ausführungen. Sie freute sich über die angeregten Gespräche zwischen den aramäischen Gemeindemitgliedern und den interessierten deutschen Gästen, die sich im Anschluss daran bei einem gemeinsamen Abendessens ergaben. „Solche Begegnungen und Austauschmöglichkeiten unterstützen die Integration und tragen zu einer besseren interkulturellen Verständigung bei“, so Gurr-Hirsch, die sich schon seit vielen Jahren für einen Dialog der Kulturen in ihrem Wahlkreis einsetzt.
 
MK
 
Bild: Pfarrer Isa Demir, Gemeindereferent Aslan Demir, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Dimitra Tsorpatsidis, Christoph Scharnweber und Gäste

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