Besuchergrupe im Landtag

Deutliche Kritik an grün-roter Bildungspolitik

Zweimal im Jahr lädt die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch dieBürgerinnen und Bürger aus ihrem Wahlkreis zu einem Besuch des Stuttgarter Landtags ein. „Diese Informationsfahrten werden immer sehr gut angenommen. Die 50 Plätze im Bus waren schnell belegt“, freute sich Friedlinde Gurr-Hirsch über die große Nachfrage. Sie bedauerte, dass die Anfahrt nach Stuttgart aufgrund einer Vollsperrung etwas länger dauerte. „Mit Verkehrsproblemen haben wir leider sehr oft zu kämpfen, insbesondere montagmorgens“, so die Landtagsabgeordnete.
 
In Stuttgart angekommen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst von ihrem Referenten Markus Kleemann begrüßt, der die Gruppe an diesem Tag betreute. Danach ging es in den Interimsplenarsaal, wo Friedlinde Gurr-Hirsch die Gäste über die Struktur des Parlaments und ihre Arbeit im Landtag informierte. Besonders erfreut war Friedlinde Gurr-Hirsch über die Teilnahme eines von Mathilde Schneiders geleiteten Deutschkurses. „Die pensionierte Gymnasiallehrerin unterrichtet in ihrer Freizeit Frauen mit Migrationshintergrund und leistet damit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft“, lobte die Landtagsabgeordnete. „Solche Ehrenämter machen unser Land stark“, so die CDU-Politikerin, die seit 2001 direkt gewähltes Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg ist und sich im Anschluss an ihren Einführungsvortrag sehr gerne den Fragen und Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger stellte. Dabei stand insbesondere die Bildungspolitik im Mittelpunkt. Die Gäste kritisierten die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung. Dies wirke ihren Erfahrungen zufolge vor allem für Haupt- und Werkrealschulen auf dem Land wie ein Schulschließungsprogramm und habe zu einer Fehlsteuerung von leistungsschwächeren Schülern geführt. „Solche Schüler machen oft im Klassenverband schmerzhafte Erfahrungen und leiden dann unter Misserfolg, Demotivation und Frustration“, kritisierte Friedlinde Gurr-Hirsch, die in den letzten Monaten diesen Eindruck in zahlreichen Gesprächen mit Eltern, Lehrern und Schülern gewonnen hat.
 
Ein weiteres Thema war die Europapolitik. „Über 40 Prozent aller gesetzlichen Regelungen gehen mittlerweile von Brüssel aus. Doch die Rolle der Europäischen Union wird leider immer noch allzu häufig unterschätzt“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch im Europaausschuss des Landtages mitwirkt. Deshalb sei es umso wichtiger ist, dass die Menschen im Land zur Europawahl gehen.
 
Anschließend konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hautnah erleben, was es heißt, Landtagsmandatsträger zu sein. Die Leiterin des Besucherdienstes Elisabeth Krause spielte mit ihnen eine Plenarsitzung nach. Dabei erhielten die Gäste nicht nur umfangreiche Informationen zum Ablauf von Debatten und Abstimmungen, sondern wählten auch spielerisch ihren eigenen Ministerpräsidenten.
 
Nach so viel Politik ging es zur Stärkung in die Kantine des Finanzministeriums. Auf Einladung von Friedlinde Gurr-Hirsch konnten die Besucherinnen und Besucher sehr gut speisen und gleichzeitig einen herrlichen Ausblick auf den sonnigen Schlossplatz genießen. Danach stand Freizeit auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Zeit, um in Stuttgart zu bummeln oder das Haus der Geschichte und die Staatsgalerie zu besuchen, bevor sie der Bus wohlbehalten in ihre Heimatorte zurückbrachte.
 
MK

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