Die Landesregierung muss die Hochschulen beim Abruf neuer Fördermittel im Rahmen des EU-Programms Horizont 2020 unterstützen

„Das neue EU-Forschungsprogramm ‚Horizont 2020‘ bietet den Hochschulen in Baden-Württemberg wieder viele Chancen. Allerdings muss die Landesregierung die Hochschulen beim Abruf der Fördermittel unterstützen. Um Fördergelder in den Südwesten holen zu können, brauchen die Antragstellerinnen und Antragsteller eine fundierte Beratung sowie Anschubmittel zur Vorbereitung der Projekte“, sagten die Stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, und die Vorsitzende des Arbeitskreises für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Sabine Kurtz MdL, anlässlich der Beantwortung einer Anfrage zum Thema durch die Landesregierung.
 
„Mit dem EU-Programm Horizont 2020 leistet die EU einen wichtigen Beitrag zur Europa 2020-Strategie und unterstützt damit gezielt Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung“, betonte Gurr-Hirsch.
 
Die EU-Kommission gehe in ihrer Wirkungsanalyse von Horizont 2020 davon aus, dass das Programm bis 2030 zu einer zusätzlichen Steigerung des Bruttoinlandprodukts der EU von rund einem Prozent führen wird. „Auch das Exportvolumen der Staatengemeinschaft wird sich bis 2030 aufgrund von Horizont 2020 deutlich erhöhen“, so Gurr-Hirsch.
 
Die Menschen in Baden-Württemberg profitierten von diesem EU-Programm, das insbesondere die intensive Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unterstützt. Mit einem Fördervolumen von rund 80 Milliarden Euro für die Jahre 2014 bis 2020 werde Horizont 2020 dazu beitragen, dass zukünftig der gesamte Forschungs- und Innovationsprozess verstärkt an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet sein werde, hob die Landtagsabgeordnete hervor. An den Hochschulen fördere die EU im Rahmen des Programms bis zu 100 Prozent projektbezogener Forschungskosten.
 
Aus Sicht des Arbeitskreises für Wissenschaft, Forschung und Kunst betonte dessen Vorsitzende Kurtz, dass die Hochschulen auch über die finanziellen Voraussetzungen verfügen müssten, sich erfolgreich an den Ausschreibungen für Horizont 2020 zu beteiligen. Angesichts der aktuellen Diskussionen über die zukünftige Finanzausstattung der Hochschulen im Rahmen des Solidarpakts III sei keineswegs sicher, ob es Grün-Rot gelingen werde, die Universitäten so aufzustellen, dass sie im EU-weiten Wettbewerb um EU-Forschungsgelder mithalten können. „Der Wissenschafts- und Forschungsstandort Baden-Württemberg hat nur dann eine gute Zukunft, wenn die Universitäten eine ausreichende Grundfinanzierung haben. Dass baden-württembergische Universitäten in der letzten EU-Förderperiode überdurchschnittlich erfolgreich Forschungsmittel einwerben konnten, war das Ergebnis einer gezielten Politik der CDU-geführten Landesregierungen, für die Wissenschaft und Forschung ein echter Schwerpunkt auch im Haushalt war“, so Kurtz.
 
Die Europäische Union bündelt seit Anfang 2014 ihre Programme für Forschung und Innovation im neuen Rahmenprogramm Horizont 2020. Dessen primäres Ziel ist es, EU-weit eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft aufzubauen sowie gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

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