Schwangerschaftsabbrüche in Baden-Württemberg

Anfrage an die Landesregierung

Schwangerschaftsabbrüche sind auch in Baden-Württemberg keine Seltenheit. Offizielle Zahlen belegen, dass sich im Jahr 2012 im Südwesten mehr als 11.000 Frauen für eine Abtreibung entschieden haben. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage der stellvertretenden Vorsitzenden und frauenpolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Friedlinde Gurr-Hirsch hervor. Sie wollte damit auf diese wichtige Thematik aufmerksam machen sowie aktuelle Hintergrunddaten und -informationen zur Entwicklung der Schwangerschaftsabbrüche in Baden-Württemberg erhalten.
 
Aus der nun vorliegenden Antwort ist zu entnehmen, dass es ein sehr breites Spektrum von Gründen gibt, aus denen heraus sich Frauen nicht in der Lage sehen, eine Schwangerschaft fortzusetzen. Dazu zählen in vergleichsweise geringer Anzahl medizinische und kriminologische Indikationen. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist die rechtliche Voraussetzung des Schwangerschaftsabbruchs allerdings die so genannte  Beratungsregelung. Darunter fallen Probleme in der Partnerschaft oder die Unvereinbarkeit einer Schwangerschaft mit der beruflichen und familiären Situation. Nähere Auskünfte konnte die Landesregierung leider nicht liefern“, äußerte sich die Landtagsabgeordnete enttäuscht über die unbefriedigende Beantwortung der Anfrage. 
 
Um Schwangerschaftsabbrüche weitestgehend zu verhindern, ist es laut Gurr-Hirsch von großer Bedeutung, dass für alle gesellschaftlichen Gruppen entsprechende Präventionsangebote vorhanden sind. „Zur Lösung von Schwangerschaftskonflikten muss auch spezifischen kulturellen und religiösen Hintergründen sowie möglichen Sprachbarrieren von Menschen mit Migrationshintergrund Rechnung getragen werden“, forderte Friedlinde Gurr-Hirsch, die Mitglied im Integrationsausschuss des Landtages ist. Als Partei mit dem „C“ im Namen setze sich die CDU für einen besonders hohen Schutz für das ungeborene Leben ein.
 
Weltweit ist zu beobachten, dass die pränatale Geschlechtsselektion deutlich zunimmt. „Mädchen gelten in vielen Ländern als schwere Last. Dies gilt nicht nur für Indien und China, wo das Problem bekannt ist, sondern auch für Europa“, so Gurr-Hirsch. Rein juristisch gesehen ist in allen europäischen Staaten die geschlechtsspezifische Abtreibung verboten. Tatsächlich nimmt sie auch innerhalb der EU und vor allem bei den Beitrittskandidatenländern auf dem Balkan drastisch zu. Einige Experten warnen bereits davor, dass die demografischen Strukturen durcheinander gebracht werden könnten.
 
MK

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