Bildungsexperiment Gemeinschaftsschule

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit den beiden Landtagsabgeordneten Karl-Wilhelm Röhm und Friedlinde Gurr-Hirsch

Bei einer vom CDU-Stadtverband Brackenheim und der Wahlkreisabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch gemeinsam organisierten Veranstaltung informierten sich zahlreiche Eltern, Gemeinderatsmitglieder sowie Lehrerinnen und Lehrer über die aktuellen Reformen in der baden-württembergischen Bildungspolitik. Zentral war dabei die im April im Landtag beschlossene Einführung der Gemeinschaftsschule, deren Chancen und Risiken von Oberstudiendirektor und Schulexperte Karl-Wilhelm Röhm fachkundig erörtert wurden.
 
Doch zunächst führte der neu gewählte CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Paul anhand einer mit PowerPoint unterstützten Präsentation kompetent und umfassend in die Thematik ein. Er hob hervor, dass für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort bei den unübersichtlichen Schulreformen Vieles ungeklärt ist. „Die Landesregierung hat einen Zug in Fahrt gesetzt, für den es noch keinen Fahrplan gibt“, betonte Thomas Paul. Das sei nicht gerade verantwortungsbewusst. Friedlinde Gurr-Hirsch konnte dies nur bestätigen. „Die Bildungsreformen werden aus ideologischen Gründen mit hohem Tempo umgesetzt, anstelle verstärkt auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu setzen“, so die Landtagsabgeordnete. Jedes Kind sei einzigartig und benötige vor allem individuelle Förderung. „Wir müssen uns zu fordern und fördern bekennen, wenn wir in Baden-Württemberg erfolgreich bleiben wollen und die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandort erhalten wollen“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
„Dagegen setzt die von Grün-Rot beschlossene Gemeinschaftsschule auf Vereinheitlichung“, erläuterte Bildungsexperte Karl-Wilhelm Röhm. Als Oberstudiendirektor kommt er aus der Praxis, weiß um die Anforderungen an gute Schulen bestens Bescheid und kennt die Gefahren, die mit der Umwälzung des baden-württembergischen Bildungssystems verbunden sind. Da sich das dreigliedrige Schulsystem über Jahrzehnte bewährt hat, kann er nicht verstehen, weshalb die Gemeinschaftsschule so verheißungsvoll eingeführt wird. „Baden-Württemberg schneidet bei Bildungsvergleichen mit Bundesländern, wo es Gemeinschaftsschulen gibt, immer besser ab. Das kann kein Zufall sein“, so Bildungsexperte Röhm.  
 
MK

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