Besuch der Wilhelm-Hauff-Realschule Bad Rappenau

Friedlinde Gurr-Hirsch diskutiert mit Lehrerinnen und Lehrern

Die Akzeptanz der aktuellen Bildungsmaßnahmen der Landesregierung stand im Zentrum des Besuchs von Friedlinde Gurr-Hirsch an der Realschule in Bad Rappenau. Im Beisein von Oberbürgermeister Hans-Heribert Blättgen und Rektor Dieter Vilimek nutzten zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer die Gelegenheit, um mit der Landtagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Über zwei Stunden wurden Eindrücke und Meinungen zu den Schulreformen der grün-roten Koalition ausgetauscht.
 
Dass sie als Pädagogen bei der Implementierung der neuen bildungspolitischen Projekte nicht gehört werden, wurde dabei scharf kritisiert. Vor allem bei der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung, wäre ihrer Meinung nach eine Beteiligung mehr als angebracht gewesen. „Es kann nicht sein, dass die Betroffenen vor Ort in den Schulen unseres Landes bei zentralen Reformvorhaben nicht miteinbezogen werden“, betonte auch Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
Durch die Einführung der Gemeinschaftsschule befürchten die Lehrerinnen und Lehrer eine Nivellierung des Leistungsniveaus. Sie riefen stattdessen dazu auf, durch eine Individualisierung des Unterrichts einerseits leistungsschwache Schüler zu fördern und andererseits leistungsstarke Schüler zu fordern. „Für ein Land, das im Wettbewerb mit Humankapital bestehen muss, ist es auch wichtig, dass es Eliten gibt“, so Gurr-Hirsch.
 
Weiterer Kritikpunkt der Pädagogen waren fehlende Unterrichtskapazitäten. Dadurch müssten sinnvolle Arbeitsgemeinschaften gestrichen werden. Hinsichtlich des Projekts zur Einführung der „Kompetenzanalyse Profil AC an Realschulen“ forderten die Lehrerinnen und Lehrer klare Aussagen der Landesregierung zur Zielsetzung und Umsetzung des Verfahrens. Beides sei unklar, wie so vieles in der aktuellen Bildungspolitik.
 
MK

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