Informations- und Diskussionsveranstaltung

Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands Ilsfeld und der Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch informierte Dr. Andreas Strohm, Mitglied des Facharbeitskreises „Probabilistische Sicherheitsanalyse für Kernkraftwerke“ des Bundesamts für Strahlenschutz, über den japanischen Atomunfall und die Zukunft der Kernkraft. Dabei war es ihm wichtig klar zu stellen, dass der Unfall in Fukushima nicht eine Frage des Restrisikos der Kernenergie sei, sondern ein folgenreicher Auslegungsfehler war. „Beim Bau von Fukushima wurden die historischen Daten über Tsunamihöhen am Kraftwerksstandort nicht entsprechend in der Auslegung berücksichtigt“, so Dr. Andreas Strohm. Die zwar nachträglich auf 5,70 m erhöhte Schutzmauer vor dem Kraftwerk sei für den circa 14 m hohen Tsunami als Folge eines der stärksten je aufgezeichneten Erdbeben nicht ausreichend gewesen.
 
Hinsichtlich der zukünftigen Energieversorgung äußerte der Kernkraftexperte Zweifel daran, dass Baden-Württemberg bis 2020 in der Lage ist, seinen Strombedarf ohne Atomkraftwerke zu decken. Um dies zu erreichen, seien vor allem die Erweiterung bzw. der Neubau von Netzen und Speichern dringend notwendig. „Ohne diesen Ausbau ist die Energiewende nicht möglich“, bestätigte Friedlinde Gurr-Hirsch, die im Rahmen ihrer Ausführungen das neue Energiekonzept der CDU-Landtagsfraktion vorstellte. Sie zeigte Wege auf, wie die Energiewende für Baden-Württemberg erfolgreich gestaltet werden kann und welche Chancen damit für das Land verbunden sind. „Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit für Haushalte und Unternehmen sowie Klimaverträglichkeit sind dabei die zentralen Eckpunkte unseres Konzepts“, betonte die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende.
 
Dagegen hat die Landesregierung bislang noch kein eigenes Energiekonzept vorgelegt und selbst bei grünen Prestigeprojekten wie der Neufassung des Landesplanungsgesetzes zur Beschleunigung des Windkraftausbaus kommt sie nicht voran. So besteht die Gefahr, dass die Erwartungen der Bürger und der Wirtschaft unberücksichtigt bleiben. Das möchte die CDU in jedem Fall verhindern. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass Baden-Württemberg wettbewerbsfähiger Industriestandort bleibt und die grün-rote Koalition die wirtschaftlichen und bürgerschaftlichen Interessen ebenso berücksichtigt wie die Belange des Klimaschutzes“, meinte Gurr-Hirsch abschließend.
 
MK

Nach oben