Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch bei der zentralen Winterversammlung der baden-württembergischen Zuckerrübenanbauer

Zuckerrübenbauern protestieren für faireren Wettbewerb

Das gab es noch nie bei der ganztägigen Winterversammlung: etwa 500 Teilnehmer hatten sich versammelt und protestierten vor der Versammlungshalle in Auenstein für faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU und für die Unterstützung durch die Politik.

„Die Rübenbauer in Süddeutschland und ihr Verarbeiter Südzucker stecken in einer existentiellen Krise“, betonte Harald Wetzler, Geschäftsführer vom Verband Baden-Württembergischer Zuckerrübenbauer. Gefallene Mindestpreise, Diskriminierung und enorme Wettbewerbsnachteile beim Pflanzenschutz innerhalb der EU, millionenschwere Geldeinbußen durch die extreme Trockenheit in 2018 sowie der Wegfall von festen Produktionsquoten sind die Themen, die die Bauern umtreiben. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch forderte die EU-Kommission auf, mit deutlichem Nachdruck gegen diese Subventionen gegen diese Wettbewerbsverzerrungen vorzugehen. „Innerhalb der EU macht uns Deutschen nach wie vor die Aufrechterhaltung gekoppelter Zahlungen zahlreicher EU-Mitgliedstaaten an ihre Rübenbauer zu schaffen. Dies ist eine unerträgliche Wettbewerbsverzerrung, zu Lasten vor allem des deutschen Zuckersektors. Insofern habe ich auch Verständnis für die heutige Demonstration“, bekräftigte Gurr-Hirsch.  So habe auch der Beschluss der Europäischen Kommission Ende April 2018, den Einsatz von Neonicotinoiden im Freiland zu verbieten, die andauernde Diskussion um den Wirkstoff Glyphosat und weitere für den Zuckerrübenanbau nahezu unverzichtbare herbizide Wirkstoffe gravierende Auswirkungen für den Rübenanbau. Dies stelle die Rübenanbauer vor große Probleme, denn ihnen fehle ein hochwirksames Handwerkszeug gegen Schadorganismen.

Die Staatssekretärin bezog auch klar Stellung beim Thema gesunde Ernährung, da derzeit in den Medien und in der Politik aufgrund zunehmender Verbreitung von Übergewicht kontrovers über die Rolle des Zuckers diskutiert werde.  „An dieser Stelle möchte ich klar Stellung beziehen. Als jemand, der für die gesunde Ernährung vor allem in Bildungseinrichtungen zuständig ist, werde ich nicht gegen die Zuckerreduktion in Lebensmitteln vorgehen“.

Die Rübe sei eine großartige Pflanze mit vielen Eigenschaften. Ob als Zucker oder als Futtermittel, die Rübe könne vollständig verwertet werden – ohne Abfälle. Damit sei sie mehr als ein Lebensmittel: „Die Zuckerrübe ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff und hat auch eine gute Verwendung in der Bioökonomie“, so Gurr-Hirsch.

Zum Ende Ihrer Rede versprach Friedlinde Gurr-Hirsch, dass das Landwirtschaftsministerium und die Landesregierung bei der EU die massiven Wettbewerbsverzerrungen wie die gekoppelten Zahlungen und die Ungleichbehandlung im Pflanzenschutz anprangern werden, und sich für einen fairen Wettbewerb einsetzen wollen.

 

 

 

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