„Gequälte Seele – verletzte Würde“

Vortrag mit Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume

Erfahrungen aus dem Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg für schutzbedürftige Frauen und Mädchen aus dem Nordirak

Die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch und die FrauenUnion im Kreisverband Heilbronn hatten den Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume zu einem ganz besonderen Vortrag eingeladen.  Was Dr. Michael Blume an diesem Abend zu erzählen hatte, berührte jeden der vielen Zuhörer, die sich im Hölderlinmuseum in Lauffen eingefunden hatten. Der Religionswissenschaftler berichtete von verschleppten Frauen, die als Kriegsbeute betrachtet wurden, von Massakern an Minderheiten, Kindersoldaten, systematischen Säuberungsaktionen, von Selbstmorden und Zwangsprostitution. Er zeigte Bilder von Massengräbern im Norden Iraks, von völlig zerstörten und verminten Dörfern in der Region Shingal. „Man kann sich nicht vorstellen, was in dieser Region alles passiert und wie es dort aussieht“, sagte er.  Knapp tausend Frauen und Mädchen sind seit März vergangenen Jahres überwiegend mit Chartermaschinen aus dem Irak ausgeflogen und in einer von 22 Kommunen in Baden-Württemberg untergebracht worden, die sich bereit erklärt haben, Menschen aus dem Sonderkontingent aufzunehmen. Angestoßen worden war die baden-württembergische Hilfsaktion nach dem Flüchtlingsgipfel im Oktober 2014, auf dem der Zentralrat der Jesiden sich mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann getroffen und ihm die dramatische Situation im Nordirak geschildert hatte. Vom Schicksal der vielen Frauen und Mädchen berührt, hatte Kretschmann Hilfe zugesagt und das Programm „Sonderkontingente für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak“ initiiert. „Das ist ein beispielhaftes humanitäres Engagement, das vermutlichen Vielen das Leben gerettet hat“, betonte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch.  Unter den IS-Opfern seien auch Christinnen und Musliminnen, die allermeisten aber sind jesidischen Glaubens. Knapp fünf Millionen Menschen leben in der nordirakischen Provinz, eine Million davon sind Jesiden. „Sie werden wegen ihres Glaubens mit brutalsten Methoden verfolgt und haben in ihrem Land kaum noch eine Zukunft“, betonte Dr. Michael Blume. „Es war dringend notwendig, etwas zu tun.“

 

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