Die Landespolitikerin Friedlinde Gurr-Hirsch hat die Kinder eintauchen lassen in das Abenteuer des Kängurus

Vorlesen in Beilstein anlässlich des Bundesweiten Vorlesetages

Die Großen haben am Montag ihre Stühle in den Turnraum getragen und damit einen Kreis gebildet. Gespannt warten die 17 Kindergartenkinder im städtischen Kindergarten Breslauerstraße auf einen unbekannten Gast. „Es kommt eine richtige Politikerin“, hatte ihnen Erzieherin Jenny einige Tage zuvor erklärt, und sie wird eine Geschichte mitbringen.

Tatsächlich erscheint am Montagmorgen Friedlinde Gurr-Hirsch mit einem Buch unter dem Arm. Sofort findet die baden-württembergische Landtagsabgeordnete einen Draht zu den Kindern. Zunächst soll sie vom Beilsteiner Bürgermeister Grüße ausrichten. Dann erklärt die Mutter von drei Kindern und fünffache Oma, dass sie jüngst einen Brief von ihren Enkeln aus China erhalten habe, den die Grundschüler schon selbst geschrieben hätten. „Lesen und schreiben können, das ist doch eine tolle Sache.“ Heute sei sie aber zum Vorlesen gekommen, sagt sie und schlägt das Buch „Känguru auf Abenteuer“ vom Kinder- und Jugendbuchschriftsteller Paul Maar auf.

Nach den ersten Zeilen, in denen die Kinder erleben, wie das kleine Känguru mit seinem Freund und einem Abenteuerkoffer auf große Tour aufbricht, zeigt Gurr-Hirsch Illustrationen, auf denen Seil und Taschenlampe als Reiseutensilien abgebildet sind. Dazu fragt sie, was denn noch in so einen Koffer gehören könnte. „Kuscheltier“, „Kleider“ reagieren die Kinder prompt.

„Es ist zum einen das sich Zeit für einander nehmen“, erklärt Gurr-Hirsch einen Sinn ihres Kommens. Der Vorlesetag solle zudem den Bezug zum Lesen fördern. „Das ist in der zunehmend digitalisierten Welt wichtig“, ist Gurr-Hirsch überzeugt.

Sie sei seit Anfang der Initiative mit dabei und suche jedes Jahr um diese Zeit Einrichtungen in ihrem Wahlkreis, wie Schulen und Kindergärten, um dort vorzulesen. 2004 fand der erste bundesweite Vorlesetag statt. Langfristig soll der Lesetag auch zur Lernförderung beitragen. So verweisen die Organisatoren in ihrer Infoschrift auf Studien: „Kinder und Jugendliche, denen in ihrer frühen Kindheit vorgelesen wurde, entwickeln eine positive Haltung zum Lesen. Sie greifen später mit mehr Freude zu Büchern, lesen häufiger und haben bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg."

Bericht: Rita Brandenburger-Schift

 

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