Bildung und Verkehr sind die zentralen Themen in Güglingen

Friedlinde Gurr-Hirsch informierte sich vor Ort

Das Thema Bildung bestimmte das Gespräch zwischen Bürgermeister Klaus Dieterich und der CDU-Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch. An dem Tag, als die Politikerin sich wieder einmal über aktuelle Themen in der Stadt informieren wollte, erhielt die Stadt Güglingen die offizielle Nachricht von der Landesregierung, dass die Katharina-Kepler-Schule nicht zur Gemeinschaftsschule umgewandelt wird. „Wir haben diese Entscheidung mit einer gewissen Enttäuschung zur Kenntnis genommen, denn wir möchten den Bildungsstandort Güglingen stärken“, erklärte das Stadtoberhaupt. Friedlinde Gurr-Hirsch erläuterte, dass sie dem Konzept der Gemeinschaftsschule kritisch gegenüberstehe: „Die wissenschaftliche Evaluation der Gemeinschaftsschule, die vor kurzem veröffentlicht wurde, zeigte einige Schwierigkeiten auf. Insbesondere finde ich es bedenklich, dass gerade schwächere Schüler nicht von den neuen pädagogischen Konzepten profitieren und viele Lehrer an der Grenze zur Überforderung stehen.“ Das große Engagement der Lehrerinnen und Lehrer an den Gemeinschaftsschulen zeige für sie aber, dass es beim Unterricht nicht auf die Schulstruktur, sondern auf den jeweiligen Lehrer ankommt. „Die Lehrer sind der entscheidende Faktor für den Bildungserfolg“, so die Landespolitikerin. Im Gespräch mit Bürgermeister Dieterich empfahl Friedlinde Gurr-Hirsch, die Realschule Güglingen und die Katharina-Kepler-Schule unter dem Dach einer Verbundschule zusammenzuführen: „Damit bleiben die spezifischen Schularten und Bildungsgänge erhalten, aber es können große Vorteile aus der Zusammenarbeit gezogen werden.“ Es würde sich anbieten, eine Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6 einzurichten, nach der sich dann entscheidet, ob die Schüler einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife anstreben. Die beliebte Realschule könnte zum Beispiel mit einem bilingualen Zug noch attraktiver werden, wie die ehemalige Lehrerin Friedlinde Gurr-Hirsch ausführte. In einem bilingualen Zug wird Englisch nicht nur als Unterrichtsfach gelehrt, sondern auch in einigen weiteren Schulfächern als Unterrichtssprache angewandt. Bürgermeister Dieterich sagte, dass er die Vorschläge gerne aufnimmt und in die Diskussion um die Weiterentwicklung des Bildungsstandorts einbringt. Schließlich kam auch das Thema Verkehr und Infrastruktur zur Sprache. Bürgermeister Dieterich zeigte der Landtagsabgeordneten noch einmal die Bedeutung auf, die die Ortsumfahrung für Güglingen hat. Es sei sehr schade, dass in den letzten Jahren nichts geschehen sei, obwohl die Gemeinden Güglingen und Pfaffenhofen finanziell in Vorleistung gingen. „Wir möchten die nächsten Schritte bei der Innenstadtentwicklung gehen. Dazu muss der Stadtkern aber vom Verkehr entlastet werden. Und das geht nur mit der Umfahrung“, so Dieterich. Friedlinde Gurr-Hirsch lobte in Zusammenhang mit der Stadtentwicklung die Bürgerbeteiligung, die gerade vorgenommen wird: „Über 2500 Bürger werden befragt, wie sie sich die Zukunft der Stadt vorstellen. Das zeigt für mich, dass hier richtig geschafft wird.“ Beim Thema Zabergäubahn waren sich Bürgermeister und Landtagsabgeordnete einig, dass das Hin und Her der vergangenen Jahre nicht zielführend ist. „Es darf nicht immer nur leere Versprechungen geben, sondern klare Aussagen. Leider war das Gespräch zwischen kommunaler Ebene und Verkehrsministerium vor Weihnachten kein Beitrag zur Lösung“, so Friedlinde Gurr-Hirsch. „Wir brauchen eine definitive Förderzusage aus Stuttgart, vorher können wir nicht planen“, fasste Bürgermeister Dieterich die Situation zusammen.

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