Pflege ist das Zukunftsthema in der Gesundheitspolitik

Patientenbeauftragter der Bundesregierung bei Diskussionsveranstaltung in Brackenheim

„Das Krankenhaus in Brackenheim ist eine wichtige Säule der medizinischen Infrastruktur im Zabergäu“, eröffnete die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch die Diskussionsveranstaltung mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann. Dass ihr dieses Krankenhaus am Herzen liege, habe sie bereits bei einem Praktikum zum Ausdruck gebracht. Mit der Diskussionsveranstaltung wolle sie nun einen weiteren Impuls für die Weiterentwicklung des Krankenhauses setzen.
Karl-Josef Laumann, seit 2014 Staatssekretär beim Bundesgesundheitsministerium, berichtete den etwa 50 Teilnehmern der Veranstaltung von den aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Gesundheits- und Pflegepolitik. Kleine Krankenhäuser wie das Brackenheimer, so Laumann, brauchten heute den Verbund mit einem starken Partner. Für die Krankenhausplanung seien jedoch die Länder zuständig. In Brackenheim sei der Partner mit dem SLK-Klinikverbund aber schon gelungen, betonte der Politiker. Nicht zuletzt sei die Spezialisierung bei Krankenhäusern heute mehr denn je Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit. Diesen Ausführungen konnte Friedlinde Gurr-Hirsch nur nachdrücklich beipflichten.
Im Bereich Pflege sei, wie Laumann erklärte, mit einer jährlichen Zunahme der Pflegebedürftigkeit um zwei bis drei Prozent zu rechnen – aktuell gebe es in Deutschland 2,6 Millionen Pflegebedürftige. Um diese Herausforderung zu stemmen, sei es unabdingbar, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Durch die Einführung der Ausbildungsumlage für Pflegeberufe im Jahr 2006 werden in Baden-Württemberg ein Drittel mehr Pflegekräfte jährlich ausgebildet. Erfolgsfaktoren seien daneben auch, dass kein Schulgeld gezahlt werden müsse und die generalistische Ausbildung von Kranken- und Altenpflegern.
Karl-Josef Laumann erläuterte, dass es drei Aspekte gebe, die die Pflegepolitik der Bundesregierung prägten. Dies sei zum einen, dass die Tagespflege für ältere Menschen ausgebaut werden müsste. In jedem Ort sollte es mindestens 23 oder 24 Plätze für Tagespflege geben. Die Leistungen dafür habe die Bundesregierung entsprechend angepasst.
Daneben habe die Bundesregierung den Pflegebedürftigkeitsbegriff reformiert. Insbesondere an Demenz Erkrankte würden davon profitieren. Ein gutes Miteinander von häuslicher und professioneller Pflege sei das Leitbild dieser Reform gewesen. In diesem Zusammenhang sei es zudem wichtig, den Vorrang von Rehabilitations- vor Pflegemaßnahmen zu betonen, der von der Bundesregierung befördert werden soll.
Schließlich sei das Thema Palliativpflege ein zentrales Handlungsfeld. Palliativpflegerische Angebote müssten von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen und flächendeckend verfügbar sein: „Die Leistungen müssen dort sein, wo der Pflegebedürftige wohnt“, so Karl-Josef Laumann.
Der CDU-Politiker, der auch Bundesvorsitzender der Arbeitnehmervereinigung der CDU ist, betonte in der anschließenden Diskussion mit Vertretern aus der Pflege die Bedeutung seiner Verwurzelung in seinen christlichen Werten, die seine politischen Entscheidungen prägten. Gerade das Thema Pflege müsse immer vom Patienten und seiner Würde her betrachtet werden. Auch Friedlinde Gurr-Hirsch stellte in ihrer abschließenden Zusammenfassung noch einmal die Bedeutung des christlichen Menschenbildes für die Diskussionen um Gesundheits- und Pflegepolitik heraus und dankte dem Experten aus dem Bundesgesundheitsministerium für seinen lebhaften und anschaulichen Vortrag und die Diskussion: „Ich schätze seine Einstellung sehr und freue mich, dass er heute den Weg nach Brackenheim auf sich genommen hat.“
 

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