Realschule darf nicht benachteiligt werden

Friedlinde Gurr-Hirsch informiert sich an der Bad Rappenauer Verbundschule

Einen grundsätzlich guten Eindruck von der Verbundschule in Bad Rappenau brachte die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch von ihrem jüngsten Schulbesuch mit. In Bad Rappenau sind die aus der ehemaligen Werkrealschule hervorgegangene Gemeinschaftsschule und die dortige Realschule unter dem Dach einer Verbundschule zusammengefasst. Im Rahmen ihrer regelmäßigen Besuche informierte sich die Politikerin im Gespräch mit Schulleitung und Eltern über die Entwicklung der Schule. „Die beiden Schularten teilen sich nicht nur Verwaltung und Schulhof, sondern bieten auch gemeinsame Aktivitäten, wie etwa eine gemeinsame Bläserklasse an“, schilderte die Abgeordnete ihren Eindruck von der guten Kooperation unter dem Dach des Verbundes. Rektor Vilimek und die für die Gemeinschaftsschule zuständige Konrektorin Yvonne Geier erläuterten die Arbeit der Gemeinschaftsschule, deren Schülerzahl im letzten Schuljahr von 68 auf 94 in der Eingangsklasse steil anstieg. „Die geringe Klassengröße und das Konzept des Schülercoachings in Verbindung mit zweimal jährlich stattfindenden Elterngesprächen finde ich überzeugend. Das Engagement der Lehrer und der Schulleitung ist beeindruckend“, meint die Abgeordnete.
Besorgt zeigte sich die Abgeordnete angesichts der zurückgehenden Schülerzahl an der Realschule von 74 auf 44 in der Eingangsklasse. „Besonders die gestiegene Heterogenität macht der Schule zu schaffen. Die Realschule bereitet seit jeher junge Menschen sehr gut auf den Beruf und die Gesellschaft vor. Die Realschule ist die Schule der gesellschaftlichen Mitte. Für die Unternehmen ist die Realschule verlässlicher Partner und öffnet über die Beruflichen Gymnasien einen erprobten Weg zum Studium“, schreibt die CDU-Landtagsabgeordnete. Für Friedlinde Gurr-Hirsch ist eine gymnasiale Oberstufe an den Gemeinschaftsschulen keine zukunftsweisende Option, da dies die beruflichen Gymnasien ausbluten ließe. Im Gespräch mit den Eltern der Gemeinschaftsschüler stellte sich vor allem heraus, dass diese den Wegfall der Hausaufgaben positiv bewerten. Die Realschuleltern hingegen zeigten sich von der Verbundschule teilweise enttäuscht. Sie sehen die Realschule in vielen Bereichen benachteiligt, nicht zuletzt in den Sachkostenzuschüssen, die nur halb so hoch sind wie an der Gemeinschaftsschule. „Von der Ausstattung her ist die Gemeinschaftsschule klar ein Idealtypus von Schule. Investitionen in die Bildung sind die wichtigsten Investitionen einer Gesellschaft“, bekannte die CDU-Politikerin. Es dürfe hier allerdings keine ‚Lieblingskinder‘ geben. Das pädagogische Konzept müsse noch beweisen, ob es die enormen Mehrkosten rechtfertige, denn letztlich zähle auch bei der Bildung der Erfolg. „Es ist schade, dass die umfassende Studie zum pädagogischen Konzept der Gemeinschaftsschule vom Kultusministerium erst nach der Wahl veröffentlicht wird“, sagte Friedlinde Gurr-Hirsch. Sie wage keine Prognose, denn selbst der Gemeinschaftsschulbefürworter Professor Thorsten Bohl habe mehrfach Bedenken gegenüber der praktischen Umsetzung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg geäußert. „Am Ende muss sich jede Schulart an der Praxis messen lassen. Die Realschule hat ihren Beweis über Jahrzehnte erbracht und sollte nicht dem Experiment Gemeinschaftsschule geopfert werden“, formuliert Friedlinde Gurr-Hirsch ihre Bedenken.
 

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