Friedlinde Gurr-Hirsch initiierte Veranstaltung mit dem Genossenschaftsverband

Knapp 250 Besuchern kamen zu einer von Friedlinde Gurr-Hirsch initiierten Veranstaltung zur Problematik der Nahversorgung im Schwaigerner Ortsteil Stetten. Trotz seiner rund 2000 Einwohnern gibt es nun schon seit etwa sechs Jahren keinen Einkaufsladen mehr im Ort. Zwar bietet der Ort eine Bäckerei, mehrere Selbstvermarkter wie auch einige Gaststätten, allerdings müssen die Stettener Bürger ins fünf Kilometer entfernte Schwaigern oder nach Gemmingen fahren, um dort in den Discountern einkaufen zu können. So lud Friedlinde Gurr-Hirsch zusammen mit Schwaigerns Bürgermeisterin Sabine Rotermund die Bürger zu einem Informationsabend zum Thema Nahversorgung in die Sporthalle ein. Dr. Michael Roth vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) legte in seinem 45-minütigen Vortrag dar, wie in anderen Städten und Gemeinden das Problem der Nahversorgung im ländlichen Raum durch Genossenschaften gelöst werden konnte. Er stellte die Möglichkeiten einer Genossenschaft als Träger eines Dorfladens anschaulich dar. Roth betonte, dass ein solcher Dorfladen sehr viel Eigeninitiative, wie auch Motivation und Engagement von den jeweiligen Bürgern fordert, zudem sei es wichtig, den roten Faden bei der Projektplanung nicht aus den Augen zu verlieren. Roth erläuterte außerdem, dass Genossenschaften nicht nur auf dem Gebiet der Nahversorgung eine Rolle spielen, sondern zum auch zum Betrieb von Freibädern, Gaststätten, Kindertagesstätten und vielen anderen Einrichtungen die geeignete Unternehmensform seien. In Baden-Württemberg gibt es im Augenblick 22 Genossenschaftsdorfläden. Über diese berichtete Roth: „Fünf laufen gut, fünf befinden sich in einem kritischen Bereich, die anderen bewegen sich irgendwo dazwischen.“ Friedlinde Gurr-Hirsch sicherte den Bürgern Stettens ihre politische Unterstützung zu: „Mit Hilfe des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum kann man den Stettener Bürgern sicher unter die Arme greifen, um so das Projekt Dorfladen in Angriff zu nehmen.“ Die Politikerin stellte dabei heraus, dass ein solcher Dorfladen auch der Gemeinschaft und der Kommunikation im Dorf diene und somit auch Zentrum des Dorflebens werden könnte. Vor allem auch ältere Stettener waren am Thema Dorfladen sehr interessiert, da ein solcher Laden für alle Bürger ein Stück mehr Lebensqualität bieten würde und man im Alter nicht mehr gezwungen ist, weite Wege für Einkäufe des täglichen Bedarfes auf sich zu nehmen. Gegen Ende der Veranstaltung meldete sich Dr. Joachim Hartmann aus Berwangen zu Wort, der Vorsitzender der Genossenschaft ist, die den dortigen Dorfladen betreibt. „Ich bin gekommen, um ihnen Mut zu machen“, so Hartmann, er selbst sei begeistert von diesem Konzept. Auch der Laden in Berwangen hat mehrere Talfahrten durchlitten, doch Hartmann ist sich sicher, dass es nun nach fünf Jahren endlich bergauf geht. Schließlich fasste Bürgermeisterin Rotermund die Diskussion des Abends zusammen: „Diese Veranstaltung war sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, nun ist es unsere Aufgabe, Gespräche zu führen, um dann das Projekt gemeinsam stemmen zu können. Allerdings ist dabei das Engagement der Bürger gefordert.“
LK

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